Tacheles – Das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen

Das Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen unter dem Stichwort „Tacheles“ findet sich auch in unserem Programm wieder. Radio Blau hat sich in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kulturorten auf die Spuren der Geschichte jüdischer Kultur begeben.

Prof. Avishay Golz ist Nachkomme einer Leipziger Shoahüberlebenden, er hat sich auf die Spurensuche seiner Vorfahren gemacht und über diese Suche das Buch „Ich suche nach meiner Familie“ geschrieben. Wir haben mit ihm gesprochen. Avishay Golz wurde geboren am 9.9.1949 in Haifa/Israel. Die Mutter von Avishai Golz wird als Edith Gutter in Leipzig geboren. Als junges Mädchen wird sie von ihrer Familie in die Schweiz geschickt. Später trifft sich die Familie in Holland wieder. Edith Gutter wird von einer Bauernfamilie in Holland versteckt und überlebt den Holocaust. Ihre Eltern werden in Sobibor ermordet. Nach dem Krieg lernt sie ihren Mann kennen und wandert mit ihm in Israel ein. Avishai Golz lebt heute in Haifa.


Seit dem 18. Mai 2026 gibt es im Stadtarchiv die Ausstellung „Aufbruch und Tradition — 30 Jahre jüdisches Leben der Gegenwart in Sachsen. Fotografin von Silvia Hauptmann“. 30 Jahre hat die Fotografin jüdisches Leben in Sachsen begleitet und auf unzähligen Fotos festgehalten. Bei der Ausstellung könnt ihr einige der entstandenen Fotos sehen und nachvollziehen, wie sie entstanden sind. In dem Interview nehmen wir auf die Ausstellung Bezug und reden über die Entstehung einiger Aufnahmen.
Die Ausstellung könnt ihr im Stadtarchiv (Wustmann-Saal) auf Straße des 18. Oktober in Leipzig noch bis zum 1. Oktober 2026 besuchen.

Gespräch mit Alexander Walther über das Buch „Die Shoah und die DDR. Akteure und Aushandlungen im Antifaschismus“, das ist im Mai 2025 im Wallstein-Verlag erschienen. Welche Rolle spielten jüdische Überlebende in der DDR in der kulturellen Auseinandersetzung mit der Shoah und dem Nationalsozialismus?

Gespräch mit Tobias Johann, Herausgeber des Buches „Jüdische Identitäten und Antisemitismus im Punk“, das gerade im Verbrecher-Verlag erschienen ist, er ist ausserdem Soziologe und Mitwirkender am Punkfanzine „Ostsaarzorn“, das 2022 auch schon mit einer Sonderausgabe zum Thema Punk & Jewishness aufwartete.

Gespräch mit Maximilian Winkler, in der Reihe jüdische Miniaturen ist sein Buch „Alfred Szendrei. Ein Musikleben zwischen Oper, Rundfunk und Synagoge“ im März im Verlag Hentrich&Hentrich erschienen und das wird am Mittwoch im Literaturhaus vorgestellt, zusammen mit dem Buch „Gefeiert und vergessen? Jüdische und im Nationalsozialismus verfolgte Künstler an der Leipziger Oper 1890–1933“ von Allmuth Behrendt… Alfred Szendrei ist am 3.März 1976 in Los Angeles gestorben, vor nun 50 Jahren. Zu dem Zeitpunkt war er Musikwissenschaftler, Organist, Dirigent, Komponist und Rundfunkpionier in Leipzig gewesen.

Hier ein Gespräch mit den Hörspielautor Kai Grehn, denn in Leipzig im Ariowitsch-Haus wurde am Donnerstag, dem 16.4. um 18 Uhr das Hörstück „Imiona nurtu. Die Namen der Strömung“ vorgestellt. Das Stück basiert auf Gedichten des polnischen Schriftstellers Tadeusz Borowski und auf den Sterbebüchern von Auschwitz, aber auch auf Geräusch-Aufnahmen aus Auschwitz-Birkenau.

Schon in der Woche davor gab es in ganz Sachsen im Rahmen des Tags der Provenienzforschung auch Veranstaltungen zu den Spuren jüdischer Geschichte in sächsischen Bibliotheken. Wir haben ein Gespräch geführt mit Frau.Dr. Lea Hagedorn, die im Projekt „NS-Raubgut in der Leipziger Stadtbibliothek für den Zeitraum 1944 bis 1951“ tätig ist und mit Annalena Aring von der Musikbibliothek, beide sind an einer Veranstaltung am Mittwoch, dem 8.4. zur Geschichte der Familie Hinrichsen und der Musikbibliothek in der Stadtbibliothek beteiligt gewesen.

Und noch ein Gespräch mit Elisabeth Geldmacher zu den Bibliotheksbeständen an der SLUB Dresden und warum sich Spuren der Verfolgung von Jüdinnen und Juden in der Bibliotheksgeschichte finden. Gerade in der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 sind Bücher von jüdischen Vorbesitzern unrechtmässig abhanden gekommen.

Radio Blau vergräbt sich unter Büchern im Frühling

Hier sind Teile unserer Buchmesse-Berichterstattung:
Gespräch mit dem Verleger und Chef der Connewitzer Verlagsbuchhandlung Peter Hinke über die Bedeutung des Buchhandlungspreises, über die Folgen von Weimers Handeln und über Solidarität und Protest.

Die Lyrikbuchhandlung ist eine Lesereihe, die Verlage unterstützt, welche rund 50% Lyrik im Verlagsprogramm führen. Von Mittwoch bis Freitag während der Buchmessewoche in Leipzig gibt es Gedichte im Viertelstundentakt. Radio Blau hat sich mit der Übersetzerin, Autorin und Moderatorin Martina Lisa darüber unterhalten…

Gespräch mit der Schriftstellerin Elli Unruh, ihr erster Roman „Fische im Trüben“ wurde dieses Jahr für den Leipziger Buchpreis nominiert. Das Buch beschreibt eine untergegangene Welt, ein kleine Apfelplantage namens Almaly in Kasachstan im Jahr 1973, in einem Dorf, wo viele Angehörige der mennonitischen Minderheit leben…

Gespräch mit Jan Off , Autor von inzwischen zahlreichen Romanen, zuletzt ist der Roman „Cumulus 2161“ in der edition outbird erschienen und am Donnerstag, dem 19.März 2026 liest er daraus im Fischladen in Leipzig. Das ist eine Art anti-utopischer Science Fiction Roman und darüber haben wir uns mit ihm unterhalten.

Kuno im Gespräch zu „Tanz auf dem Vulkan. Widerständige Punk-Frauen in der DDR“.

Gespräch mit der Comiczeichnerin Ulli Lust über ihren Comic „Die Frau als Mensch: Schamaninnen“, der war für den Leipziger Buchpreis nominiert. In Büchern über die Steinzeit sehen wir vorrangig Männer beim Jagen, Feuerstein schlagen oder Höhlen bemalen. Die meisten Menschenbilder aber, die uns von Eiszeitmenschen selbst hinterlassen wurden, zeigen Frauen.

Interviews zum Thema Kinderangebote und Kinderbücher auf der Buchmesse.

Interview mit Jannis Weu: „Kuckuck“ von Jannis Weu beobachtet, wie Lohnarbeit den Körper mutiert. Der Text versteht sich als Gegenform zu Entwicklungsberichten und Leistungsdokumentationen, die zum Arbeitsalltag in Wohngruppen gehören.

Hamburg 1933: Hedda hat sich ihren Traum erkämpft: Artistin im „Alkazar“ auf der Reeperbahn. Davon erzählt Anja Kampmann in ihrem neuen Roman „Die Wut ist ein heller Stern“, der für den Buchreis nominiert war. Radio Blau hat mit Anja Kampmann gesprochen, zu Beginn beschreibt sie, wie sich dieser Zeit angenähert hat…

Gespräch mit Yevgeniy Breyger, Autor von Gedichtbänden, Langgedichten und einem Roadtrip in Versen, der nun als „hallo niemand“ im Suhrkamp-Verlag erschienen ist. Im neuen Buch „hallo niemand“ folgen wir einem Erzähler auf einer Odyssee mit einem Auto durchs Land, durch die Gegenwart 2026.

Liliana Osorio de Rosen live auf der Buchmesse mit dem Circulus-Verlag zur Lesung von Grit Kurth und Mchael Touma.

Gespräch mit der Übersetzerin Heike Flemming in der Stadtbibliothek in Leipzig, organisiert vom Weltlesebühne e.V.. Heike Flemming übersetzt vor allem aus dem Ungarischen und sie übersetzt auch schon seit mehr als fünfzehn Jahren die Bücher des Literaturnobelpreisträgers László Krasznahorkai.

8.März ist immer

In Kooperation mit dem Bündnis „8.März ist immer“ übertragen wir am 8.März von 14-15 Uhr live von der Demo „8. März ist immer“, das Bündnis besteht aus dem Aktionsnetzwerk “Leipzig nimmt Platz”, DGB Region Leipzig-Nordsachsen, ver.di Bezirk Leipzig-Nordsachsen, Förderverein sozialer Projekte e.V., GEDOK Mitteldeutschland e.V., SPD FRAUEN, Feminist Rebellion, Omas gegen Rechts, WERK 2 – Kulturfabrik Leipzig e.V., Frauenkultur e.V., SAY IT LOUD e.V., SAIDA International e.V., Frauen für Frauen e.V., Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V., AG Lisa, Jusos Leipzig, WILMA – Die Kultourkutsche, Motorradclub Kuhle Wampe Pleißenburg, Phia e.V. – Gegen Gewalt an Frauen*, Leipzig Grüne Jugend, Kitsch Kollektiv, BELLIS Leipzig e.V., IG Metall Jugend Leipzig…Sonntag, 8. März 2026 Start: 14:30 Uhr Von: Augustusplatz Bis: Connewitzer Kreuz
Ausserdem 15-16 Uhr Proviant für Verstimmte & Good Newsic SOUND OF US – Hörspiel
16-17 Uhr 8.März-Radio
21-23 Uhr 8.März-Radio
23-24 Uhr Gelesenes zur Nacht. Internationaler Frauentag – Wir kämpfen nicht für Blumen!

Gespräch mit Arzu Tarhan „8.März ist immer“

Ein Gespräch mit Niklas Wuchenauer von der gewerkschaftlichen Vertretung Ver.di in Sachsen zur Förderung von Frauenhäusern in Leipzig und zur Beschäftigungssituation und Chancengleichheit für Frauen.

Anlässlich des Internationalen Frauentags und feministischen Kampftags haben am Sonntag in Leipzig ungefähr 9000 Menschen demonstriert. Hier ein paar Gespräche und Reden