Für Musiklieberhaber*innen erzählt diese Sendung jeweils eine Stunde lang intensiv die Zusammenhänge eines musikgeschichtlichen Abschnitts, egal von welchem Erdteil, gegen die Schnell- und Kurzlebigkeit unserer aktualitätssüchtigen Zeit. Informative Moderationen sollen sowohl Hintergründe und Kontexte vermitteln, als auch zum weiteren Eintauchen in die Materie anregen. Sendungsübernahme von Radio Orange aus Wien.

Vergangene Sendungstermine

  1. Geboren im Norden Japans, wuchs Maki Akasawa auf, ohne mit moderner westlicher Musik in Kontakt zu kommen. Nach ihrer Schulausbildung nahm sie einen Job in der örtlichen Sozialversicherung an, den sie 1962 plötzlich hinschmiss und nach Tokyo zog, wie sie ihre Liebe zum Jazz entdeckte und in Bars und Cabarets als Sängerin auftrat. Immer in schwarz gekleidet wurde die melancholische Künstlerin schließlich zur Ikone der japanischen linksintellektuellen Counterculture.

  2. Pura Vida Sounds

    NEITHER EAST NOR WEST – PSYCH & POP FROM IRAN 1965-1979 Part 2

    Zu Beginn der Siebziger war die iranische Musikindustrie bereits zu einem mächtigen Industriezweig angewachsen. Unzählige Labels produzierten Stars für die Massen. In diversen Bars und Nachtclubs Teherans herrschte reges Treiben. Die populärsten PopmusikerInnen der Stadt konnten hier live bewundert werden. Doch die Bevölkerung wandte sich zusehends vom Shah Regime ab. Industrialisierungsprogramme sorgten für eine immer extremer werdende Ungleichverteilung der Einkommem. Die Kluft zwischen Arm und Reich wurde breiter, jegliche Kritik von der Geheimpolizei SAVAK mit brutalsten Methoden unterdrückt. Als die Reputation des Monarchen schließlich endgültig bröckelte, übernahmen konservativ religiöse Kräfte die Macht und verwandelten den Iran in einen islamischen Gottesstaat. Während der Revolution 1978 wurden alle kulturellen Einrichtungen und ein Großteil der Musikaufnahmen praktisch über Nacht ausgelöscht und vernichtet.

  3. Die Sixties waren im Iran eine Zeit des radikalen Wandels. Shah Mohammad Reza Pahlavi verordnete dem Land radikale Industrialisierungs- und Modernisierungsprogramme. Unterstützt von Amerikanern und Briten wurde eine totale Verwestlichung in Gang gesetzt, um zu verhindern die Kontrolle über iranische Erdölvorkommen an sozialistische oder fundamental religiöse Kräfte zu verlieren. Einerseits gelangte dadurch vermehrt westliche Kultur ins Land und brachte der Bevölkerung neue Freiheiten, andererseits führte es zu wachsender Armut unter Arbeitern und der einfachen Landbevölkerung. Die Opposition wurde mit Hilfe brutalster Geheimdiensmethoden unterdrückt. In diesem Spannungsfeld entstand während der Sechziger eine psychedelelische Musikszene, die im Verlauf der Siebziger zu einer mächtigen Popmusikindustrie anwuchs und von der Revolution 1979 schließlich vollkommen ausgelöscht werden sollte.

  4. Pura Vida Sounds *

    The Second Wave of British Underground Punk 1977-1981

    Nachdem die erste Generation britischer Punk Bands großteils im Mainstream Business angekommen war und Verträge bei Major Labels in der Tasche hatte, begriffen viele Bands der zweiten Welle, dass sich Punk und Rockstartum letztendlich nicht vertrugen. Ab 1977 entstanden daher unzählige Indiependemt Labels und Do It Yourself Bands, die ihre Singles auf eigene Faust veröffentlichten und vertrieben. Rough Trade entwickelte ein Vertriebsnetz für all diese neuen Kleinproduzenten, das auf der Basis einer fairen Einkommensverteilung funktionierte und schon bald eine attraktive Alternaive zu den Vertriebswegen der großen Labels darstellte. Plötzlich konnte man abseits des etablierten Marktes auch bis zu 20.000 Singles absetzen. Die vorliegende Ausgabe von Pura Vida Sounds widmet sich genau dieser Szene.

Alle Sendungstermine von Pura Vida Sounds in der Programmvorschau