Zwischentöne*
„Im stillen Dialog mit mir und mir selbst, bin ich nicht allein“
Diese Sendung ist eine Klang- und Wortcollage über die Zeit –
jenes rätselhafte Kontinuum, in dem wir uns bewegen, ohne es je festhalten zu können.
Zeit, die vergeht. Zeit, die drängt. Zeit, die Stille fordert.
Der Gedanke des heutigen Abends:
Der Mensch – das lärmende Wesen. Oder: Was ist Stille?
Ist Stille lediglich die Abwesenheit von Geräusch?
Oder ist sie eine eigene Qualität des Seins –
ein Zustand, in dem das Bewusstsein sich selbst begegnet?
Der Mensch erzeugt Lärm nicht nur mit Maschinen,
sondern mit Gedanken, Urteilen, inneren Monologen.
Vielleicht ist der äußere Lärm nur ein Spiegel
unserer inneren Unruhe.
Wo also ist Stille?
In der Natur?
In der Nacht?
Oder beginnt sie dort,
wo wir aufhören, uns permanent zu erklären?
Gerade in der Stadt, im Verdichteten, im Unaufhörlichen,
könnte Stille zu einer bewussten Entscheidung werden –
zu einem Akt der Freiheit.
Denn wer still wird, entzieht sich dem Zwang,
ständig zu reagieren.
Warum ist Stille heute wichtiger denn je?
Weil sie Tiefe schafft in einer Zeit der Oberfläche.
Weil sie Denken ermöglicht,
wo sonst nur Meinung zirkuliert.
Weil sie uns erlaubt, Subjekt zu sein
statt bloß Resonanzkörper der Welt.
Eine Stunde lang möchte ich diesen Fragen nachgehen –
nicht, um endgültige Antworten zu liefern,
sondern um Denk-Räume zu öffnen.
Vielleicht liegt die Antwort nicht im Gesagten,
sondern in den Tönen dazwischen.