Gespräche über Radio

Past shows

  1. Anfang der 1990er begannen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR Piraten- und Freie Radios gegen die Konzentration und Privatisierung der Radiolandschaft zu senden: Im Visier von Post und Polizei funkte Radio P bereits im Mai 1990 aus besetzten Häusern im Prenzlauer Berg; Radio F.R.E.I. begann im gleichen Jahr in Erfurt, ebenso wie Radio BRN3 zwei Jahre später aus der Dresdner Neustadt fernab der Legalität. In Weimar (Radio PT) und Chemnitz (Radio T) folgte bei den Freundeskreisen von DT 64 dem Unmut über die – drohende – Abschaltung des Jugendradios eine eigene Sendepraxis.
    Wir fragen daher mit den damals in der Illegalität Sendenden: Was hallt(e) als freie Radikale im Äther weiter?
    Moderiert von Alex Körner, der sich mit dem Thema auch wissenschaftlich beschäftigt, und mit folgenden Radioaktivist:innen: Jörg Braune (Radio T und DT64-Freundeskreis Chemnitz), Dietrich Karl Mäurer (Radio PT Weimar, heute MDR Info), Ulrike Nüsslein (Radio PT Weimar und Radio Frei Erfurt) und Jan Pinseler (Radio BRN 3 und Coloradio Dresden, heute Professor für Medienforschung).

  2. Unser Radio *

    Grenzpunkt Null – Talk: Von DT64 zum Radio heute | Daniil Charms

    Mit Rex Joswig (Herbst in Peking/Grenzpunkt Null) und Alexander Pehlemann (Zonic)
    Grenzpunkt Null, die Sounds und Poesie mixende Show von Rex Joswig, startete 1992 bei DT64 und war dann auf MDR Sputnik zu hören, bis sie 1998 der dort zum neuen Fetisch erhobenen »Durchhörbarkeit« zum Opfer fiel. Und lebt seit 2010 weiter als Grenzpunkt Null reloaded für die Berliner Station Reboot FM. In einer anekdotisch unterfütterten Rückschau ist zu erfahren, welche Rolle DT64 für seine Band Herbst in Peking hatte, die noch 1989 verboten wurde, wie seine Peking Records-Compilation »Systemausfall« zur DT64-Soli-Platte wurde sowie welche Wege der Grenzpunkt Null genommen hat – bis zur Frage, ob und wie die erwachsen gewordene Popkultur im Medium Radio überhaupt noch präsentiert werden kann.
    In Stunde 2: „Die herausfallenden alten Frauen“.
    Dem grausamen Zeitgeist eines wiedererweckten russischen Staats-Brutalismus angemessen widmet sich die Wort-Sound-Collage den absurd-lakonischen Texten des Leningrader Poeten Daniil Charms (1905-1942), die auf den stalinistischen Terror in ganz eigener Weise antworteten, getreu dem Charms´schen Motto: „Gedicht schreiben muß man so, daß, wenn man das Gedicht gegen das Fenster wirft, das Glas zu Bruch geht.“
    Mitschnitt von Donnerstag in der Galerie Kub, um freundliche Beachtung bittet auch die heutige, sonntägliche Diskussionsrunde zu Dt64 und Piratenradios, freien Radios und Dt-64-Freundeskreisen von 1990-1993 im Osten…

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